Er kam, sang und siegte wie immer                                     

Reinbek tv „Es lohnt sich doch jedes Mal, von Blankenese nach Reinbek zu fahren“, meinte eine Dame aus dem Publikum zu Veranstalter Hans-Günther Reimer. Bei den jährlichen Konzerten von Tenor Volker Bengl kommt das  Stammpublikum aus dem gesamten Großraum Hamburg ins Reinbeker Schloss. Dort im Festsaal gerät die Aufführung mehr und mehr zum Familientreffen, bei dem jeder jeden irgendwie schon ein bisschen kennt.

Volker Bengl, der am Sonntagabend gemeinsam mit Sopranistin Linda-Joan Berg und Pianistin Olesya Salvytska konzertierte, nutzte die unprätentiöse Stimmung im Saal, animierte sein Publikum schon gleich nach der Pause erfolgreich zum Mitsingen beim Gassenhauer „Als flotter Geist“ aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauß. Ging vor seinem Publikum auf die Knie, kommentierte gleich darauf - ganz Entertainer - die Staubflecken auf der Smokinghose mit den Worten: „Wenn das meine Mama sieht…“ Gelächter und Applaus im Saal.

Zu den Höhepunkten des Operettenabends gehörten nicht nur die Duette mit Linda-Joan Berg wie „Lippen schweigen“ aus „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár oder „Schenkt man sich Rosen aus Tirol“ aus Carl Zellers „Vogelhändler“. Olesya Salvytskas Soloeinlagen am Flügel setzten I-Tüpfelchen, etwa mit dem Nocturne von Wiktor St. Kossenko schenkte sie den Zuhörern ein fulminantes Wechselbad an Stimmungen und Tempi.

Erst nach zwei Zugaben - „Schön ist die Welt“ von Lehár und dem Trinklied aus Verdis „La Traviata“ ließ das Publikum die drei Künstler von der Bühne.

     

                         Volker Bengl und Linda-Joan Berg                              Olesya Salvytska, Volker Bengl, Linda-J. Berg

                                Quellennachweis: Thomas Voigt (Text und Fotos) Titelvorschlag (Hans Günther Reimer)

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