Perfekt komponiertes Programm

Rührender Auftritt von Volker Bengl in Buer

               Foto: Conny Rutsch   

Einen herausragenden Gesangsabend präsentierte der weltbekannte Tenor Volker Bengl mit seinem Klavierbegleiter Manfred Neumann am Ostermontag in Buer.                                                              

Buer. Tränen der Rührung flossen am Ostermontag in Buer. Volker Bengl, der weltweit bekannte Sänger, gastierte mit einem mutigen und perfekt gelungenen Konzertprogramm in der Martinikirche.

Mutig? Ja, ein Gesangsprogramm, das jedes Genre und jeden Geschmack bedient, darf mutig genannt werden. Das „Ave Maria“ von Franz Schubert, „Panis Angelicus“ von Cèsar Franck oder „Selig sind, die Verfolgung leiden“ aus der Oper „Der Evangelimann“ von Wilhelhm Kienzl, sind vielgehörte Werke, die ihr Publikum finden, und gerade deshalb auch immer kritisch gehört werden.

Sängerische Technik

Zu dem perfekt zusammengestellten Programm gehörten auch Volkslieder wie „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ oder der Beethoven-Klassiker „Die Himmel rühmen des ewigen Ehre“. Allein die Auswahl des Programms aber war es nicht, das auch die Konzertkritikerin zum Taschentuch greifen ließ. Die Stimme war es. Und für eine große Stimme ist auch eine große Ausbildung notwendig, die ein Konzert ermöglicht, das in einer Dorfkirche wie der in Buer zur Geltung kommen kann. Ohne verstärkendes Mikrofon sang Volker Bengl vor etwa 250 Fans. Die Bueraner Kirche trägt Stimmen gut. Aber die Stimmausbildung trägt wiederum ihren Anteil dazu bei, dass ein Sänger präsent ist. Jedes Wort war zu verstehen, jeder Konsonant zu hören, und noch viel wichtiger: jeden Satzbogen arbeitete Volker Bengl heraus, jede Endsilbe saß an der richtigen Stelle. Die Atemtechnik ist es, die diesen Sänger ausmacht. Alte Schule – Bengl lernte bei Rudolf Schock -, ließ er völlig unprätentiös hören. Wenn der Sänger einen tenorhohen Ton in einem Decrescendo, sprich Leiserwerden, enden lässt, dann ist das absolutes Können, ein Höchstmaß an sängerischer Technik. Nicht umsonst gastiert Bengl auf den großen Opernbühnen in Deutschland und füllt weltweit Konzertsäle.

Von Rudolf Schock gelernt

Leider nicht an einem Klavier, sondern am E-Piano, begleitete Manfred Neumann hochprofessionell seinen Sänger, jeden Atemzug verfolgend, jede Verzögerung mitatmend. Wie hätte so ein Gesangsabend am Flügel geklungen? Aber selbst das elektronische Instrument bekam seine Solobühne: Zwei berühmte Klassiker Johann Sebastian Bachs präsentierte der Pianist mit der Musikalität der Profis: die „Air“ aus der 3. Orchestersuite und das C-Dur-Präludium aus dem 1. Teil des wohltemperierten Klaviers zelebrierte der Klavierbegleiter auf seinem elektronischen Instrument, dass jeder vergaß, dass es kein Flügel war.

Schön trauriges Lied

Das „Wolgalied“ aus Franz Lehárs Operette „Der Zarewitsch“ kommt eher wie eine Opernarie daher und wurde dem Tenor Richard Tauber auf die Stimme geschrieben. Wenn es schlicht gesungen wird, wie Volker Bengl das schaffte, ist es einfach nur ein ergreifend schönes und trauriges Lied. Als er dann die Fans, die ihn aus dem Fernsehen kennen dazu bewegte, mit ihm zusammen das letzte Stück „Ade zur guten Nacht“ zu intonieren, waren die Taschentücher nass.

Kein Zweifel: Mit der ersten Einladung von Volker Bengl ist Matthias Breitenkamp, dem Martinimusikorganisator, ein herausragender Abend zum Abschluss der Osterfeiertage gelungen.

                                                                                            Quelle und Genehmigung: Conny Rutsch (Meller Kreisblatt)