25.09.2016

                       Craemer-Chor begeistert mit Herbstkonzert

 

„Wir sind die Craemer-Sänger vom schönen alten Herzebrock“ heißt es im Refrain des „Lieds der Craemer-Sänger“, das sich diese als erste von mehreren Zugaben ihres Jubiläums-Herbstkonzerts am Sonntagnachmittag im voll besetzten Gemeinschaftshaus der Paul Craemer GmbH für die begeisterten Zuhörer aufgehoben hatten. Ihr eigenes Lied ist fast so alt wie der vor 25 Jahren gegründete Werk-Chor, der in dieser Zeitspanne ein stattliches Repertoire erarbeitet hat, das vom klassischen Volkslied über Oper, Operette, Musical und Filmmusik reicht.

Chorsprecher Josef Wöstmann erinnerte in seiner Begrüßung an die Entstehung und Entwicklung des Chors. Gern hole man sich für öffentliche Auftritte „routinierte Unterstützung“. Das war am Sonntag das Westfälische Hornquartett unter der Leitung von Balthasar Davids und bereits zum sechsten Mal Startenor Volker Bengl. „Mittlerweile fühlt man sich nicht mehr als Gast, sondern wie ein Familienmitglied“, sagte dieser nach dem Konzert. Erstmals lag die musikalische Gesamtleitung in den Händen von Christiane Peters, die im Vorjahr nach 23 Jahren Chorleitung die Nachfolge von Norbert Henzel angetreten hat. Am Flügel begleitete Heiner Breitenströter den Chor und Annemarie Herfurth von der Staatsoper Hannover den Solisten Volker Bengl. Petra Adibelli führte als Moderatorin durch das zweistündige Programm.

Die erste Hälfte war lyrisch-romantisch geprägt mit deutschen Kunst- und Volksliedern zu den Themen Jagd, Natur, Liebe und Sehnsucht. Balthasar Davids, Hans van der Zandern, Katja Szass und Kristiaan Slootmaekers vom Westfälischen Hornquartett machten den Auftakt mit einem „Spanischen Ständchen“ und „Des Jägers Wanderliedchen“ von Anton Wunderer. „Froh woll’n wir singen“ gaben anschließend die Craemer-Sänger ihr Motto aus und zeigten Humor beim schmissig präsentierten „Chianti-Lied“. Volker Bengl zog mit seinem nuancenreichen, kraftvollen bis leise und weichen Tenor die Zuhörer von Anfang an in seinen Bann und erntete besonders viel Applaus bei „Ach, ich hab in meinem Herzen“.

Im zweiten Programmteil standen bekannte Melodien aus Oper, Operette und Film im Mittelpunkt, unter anderem von Carl Maria von Weber, Franz Lehár, Robert Stolz und Eduard Künneke. Bei „Ach, die Weiber“ stellte der Chor mit Josef Wöstmann als Tenorsolist erneut seinen Sinn für Humor unter Beweis und sorgte für Stimmung im Saal. „Im Prater blüh’n wieder die Bäume“ sang Volker Bengl, während der Chor ihn einfühlsam im Refrain begleitete. Dr. Achim Brandenburg dankte als Schirmherr des Craemer-Chors allen am Gelingen des Konzertnachmittags Beteiligten namentlich. Er zollte den Sängern großen Respekt für ihre Leistung und zeigte sich glücklich und stolz über die „großartigen musikalischen Künstler“, die den Chor „als feste Konstanten und echte Freunde“ über viele Jahre bei Konzertveranstaltungen begleiten. Mit dem Abendlied „Der Tag war schön“ als vierte und letzte Zugabe bedankten sich die Interpreten auf ihre Weise und sagten „Auf Wiedersehen“.

Gegründet vor 25 Jahren

Der Craemer-Chor wurde vor 25 Jahren auf Initiative von Hans-Joachim Brandenburg (+2006, 1951-1987 geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Craemer) als Werk-Chor gegründet. Heute zählt er 39 Mitglieder aus aktiven und ehemaligen Mitarbeitern aller Betriebsbereiche, die sich einmal wöchentlich zur Chorprobe treffen. Bis zum Vorjahr stand der Chor unter Leitung des Musiklehrers und Kirchenmusikers Norbert Henzel. Zusammen mit Chormitglied Rudolf Deitert schrieb er vor 24 Jahren das „Lied der Craemer-Sänger“. 2015 übergab der heute 87-jährige die Chorleitung an Christiane Peters. Die Grundschullehrerin ist ebenfalls studierte Kirchenmusikerin und leitet einen Männer- und einen gemischten Chor in Neuenkirchen. „Dass die Männer das tun, was man sagt“ ist eine besondere Herausforderung, stellt sie fest. Aber die Chemie habe von Anfang an gestimmt und war auch beim Jubiläumskonzert spürbar. Die Chorgemeinschaft wird gepflegt durch gemeinsame Aktivitäten. Der Craemer-Chor zählt zur Firmenkultur und bereichert darüber hinaus das kulturelle Gemeindeleben in Herzebrock-Clarholz.

Quelle: Judith Ahlke Neue Westfälische

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