Freilichtbühne Altusried

 

Männlein und Weiblein jagen einander

Altusried - „Das ist so romantisch“, so die lobenden Worte eine ältere Frau. Als bei der Premiere am Freitagabend nach fast drei Stunden die letzten Töne von Carl Zellers Operette „Der Vogelhändler“ verklungen waren und alle gemeinsam „Kein schöner Land in dieser Zeit“ als eine Art Gute-Nacht-Lied gesungen hatten, gab es auf der Freilichtbühne in Altusried zufriedene Zuschauer-Gesichter.

Von unserem Mitarbeiter Klaus-Peter Mayr

Die Sänger-Riege um den bekannten Tenor Volker Bengl präsentierte schöne Arien, Duette und Ensembles. Die Profi-Truppe samt den Allgäuer Chorsängern und Darstellern agierte spielfreudig. Und das Orchester aus Weißrussland, das der künstlerische Leiter des ganzen Unternehmens, Wilhelm Keitel dirigierte, spielte vorzüglich.

Nicht umsonst hatte Zellers Operette, die 1891 in Wien uraufgeführt wurde, großen Erfolg. Mit ihr gelang dem Komponisten und seinen Librettisten Moritz West und Ludwig Held eine – unglaubliche, aber lustige – Verwechslungskomödie, die gespickt ist mit jeder Menge eingänger Melodien, die auch heute noch gern gehört werden. Etwa „Schenkt man sich Rosen in Tirol“, Grüß euch Gott, alle miteinander“ oder „Wie mein Ahnl zwanzig Jahr“.

Regisseurin Anette Leistenschneider schneiderte eine unterhaltsame Inszenierung zusammen, die nicht nur die Naturbühne gut ausnutzte, sondern auch die Altusrieder Theaterleidenschaft einband. So spielen ein paar Altusrieder Nebenrollen, Joachim Merk aus Depsried lenkt eine prächtige Postkutsche aus dem 19. Jahrhundert mit vier (nervösen) Pferden über den Platz, Kemptener Jagdhornbläser senden am Anfang ein Signal in den Abendhimmel. Schließlich geht es um eine Jagd auf Tiere.

Später jagen – wie in Operetten dieser Art üblich – Männlein hinter Weiblein her und umgekehrt. Am Ende, nach etlichen Verwicklungen, Eifersüchteleien und Bockigkeiten gibt es eine rekordverdächtige Zahl von Paaren, die heiraten wollen. Leistenschneider und Keitel bauen zur Belustigung des Publikums Zitate aus anderen Operetten, Opern (Mozarts „Zauberflöte“) ein, spielen auf Allgäuer Eigenheiten an und lassen den Bürgermeister solistisch ein „O sole mio“ schmettern.

Kritiken
       Mit freundlicher Genehmigung der Schwäbischen Zeitung