Jubel für schöne Tenorstimme

                                         Volker Bengl sang in der Marienkirche

Von Francisco Pujiula         BAD SOODEN-ALLENDORF.

 Das zahlreiche, ältere Publikum, das an diesem Samstagabend in die Marienkirche hoch über Bad Sooden gekommen war, wurde mit einem Programm nach Maß beglückt, sozusagen mit einem Wunschkonzert. „Das war sooooo schön“, hörte ich vielfach nach dem Konzert die Besucher sagen: Mit seiner Stimme und der Auswahl seiner Lieder hatte Volker Bengl das Herz seiner Zuhörer voll getroffen.

Der Tenor Volker Bengl, der viele Jahre lang auf Opernbühnen gesungen hat, trat zum ersten Mal in der Kurstadt auf – und lobte mit warmen Worten die Schönheit des Städtchens und der Landschaft ringsum – wofür es reichlich Applaus gab. Aber der meiste Applaus, am Ende gar im Stehen, gab es nach jedem seiner Lieder, die er mit einer angenehmen Stimme und viel Gefühl, manchmal gar Pathos, interpretierte.

Es war ein überwiegend kirchliches Programm, das mit dem so beliebten Lied von Bortnjanski „Ich bete an die Macht der Liebe“ begann und mit nicht minder beliebten Werken weiterging: dem „Panis angelikcum“ von César Franck und dem „Ave Maria“ von Schubert. Nach zwei herrlichen Volksliedern („Im schönsten Wiesengrunde“ und „Oh Täler weit, oh Höhen“) war noch mal Schubert zu hören mit dem „Sanctus“ aus seiner Deutschen Messe, später noch zweimal mit dem Wiegenlied „Dormi, dormi“ und dem unvergänglichen „Ständchen“.

Auch aus Opern und Operetten, „Evangelimann“ von Kienzl und, wundervoll gesungen, „Ein Soldat am Wolgastrand“ aus Lehars „Zarewitsch“, waren Arien zu hören.

Das bejubelte Konzert ging zu Ende mit einer Hommage an Rudolf Schock und mit Zugaben, am Schluss mit dem von allen mitgesungenen „Ade zur guten Nacht“. Es war ein Abend, der beherrscht war von der Faszination der gepflegten, in vielen Nuancen irisierenden Stimme Bengls, die, sich machtvoll in die Höhe steigend oder in leise Töne übergehend, immer in Schönheit strahlte.

Der Sänger wurde am Klavier sicher begleitet von Annemarie Herfurth, die zweimal mit Solointerpretationen viel Applaus bekam: mit einem Satz aus Beethovens „Pathétique“ und Debussys „Claire de lune.

                                  Genehmigt und Quellennachweis: HNA Witzenhäuser Allgemeine, Witzenhausen

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